Ludwig: Wohnbau ist die Basis für gutes Zusammenleben in der Stadt
Wiens Wohnbaustadtrat beim "Wien Live Montagscocktail"
Wien (DSW - 16.03.2010 12:12 Uhr) "Der Wiener Wohnbau zeichnet sich durch hohe
Qualität aus und ist international zu recht sehr angesehen. Das
bestätigt auch die Mercer Studie, bei der Wien in allen drei
Kategorien, die sich mit Wohnen beschäftigen, die höchste Punktzahl
erreichen konnte", erklärte Wiens Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister
Michael Ludwig im Rahmen des "Wien Live Montagscocktails". Das sei
einerseits auf eine kontinuierliche Entwicklung im Wiener Wohnbau und
andererseits auf den großen Anteil an geförderten Wohnungen
zurückzuführen, so Ludwig: "60 Prozent aller Wienerinnen und Wiener
leben in gefördertem Wohnraum. Und das ist mit ein Grund, dass in
Wien die Mieten bei hoher Qualität relativ stabil sind - im Vergleich
zu anderen europäischen Städten wie etwa Paris, London, oder auch
München." ****
Neben der Leistbarkeit gäbe es aber auch viele
gesellschaftspolitische Anliegen, die der Wiener Wohnbau verfolge,
betonte Ludwig: "Wohnen ist eng vernetzt mit vielen anderen Bereichen
der Kommunalpolitik. So kann das Wohnumfeld die Basis dafür sein,
dass das Miteinander in der Stadt gut funktioniert." Eine große
Herausforderung sei beispielsweise die demographische Entwicklung.
"In den kommenden Jahrzehnten wird der Anteil an älteren Menschen in
unserer Bevölkerung weiter steigen. Die Stadt unterstützt daher nicht
nur traditionelle Wohnbauprojekte, sondern auch Pflegewohnhäuser und
innovative Wohnformen für die Generation 50 plus." Ein großes
Anliegen sei ihm dabei die Förderung des Zusammenlebens der
Generationen, betonte der Stadtrat. Aber auch die soziale
Durchmischung sei ein wichtiger Anspruch des Wiener Wohnbaus. "Durch
Blocksanierungen und sanfte Stadterneuerung kommt es zu einer
Aufwertung abgewohnter Viertel. Dadurch ziehen neue soziale
Personengruppen zu, die ursprüngliche Bevölkerung bleibt aber
ebenfalls im Grätzel wohnhaft." Als erfolgreiches Beispiel gilt etwa
das Projekt Brunnenmarktviertel.
"Wir versuchen auf mehreren Ebenen Stadtentwicklung zu betreiben",
erklärte Ludwig das Verhältnis von Wohnbau und Stadtplanung. Eine
Koordination der beiden Ressorts sei unerlässlich, damit es zu einer
sinnvollen Durchmischung von Wohnraum, Arbeitsflächen und
Infrastruktur komme. Als wichtige Stadtentwicklungsgebiete definierte
Ludwig nicht nur Gebiete am Rande der Stadt wie etwa Aspern, sondern
auch innerstädtische Gebiete. "In ehemaligen Kasernen oder auf
früheren Industrie- oder Bahnhofsarealen forcieren wir attraktive und
innovative Wohnformen. Am Gelände des Aspanger-Bahnhof entsteht
derzeit zum Beispiel die größte Passivhaus-Siedlung Europas!" Wichtig
bei allen Stadtentwicklungsgebieten sei es, schrittweise vorzugehen
und größere Ressourcen erst dann in Anspruch zu nehmen, wenn es
wirklich nötig sei. Hinzu komme in Wien der große Anteil an
historischer Bausubstanz und eine grundpessimistische Einstellung
vieler Menschen gegenüber moderner Architektur. "Dabei genießen
gerade österreichische Architekten international höchste Anerkennung.
Darum ist es mir wichtig, dass wir in Zukunft wieder mehr über
Architektur diskutieren", so der Stadtrat abschließend. (schluss)lk
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OTS0161 2010-03-16/12:12
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