Tumpel: Höchste Maklerprovisionen in Europa für heimische
Wohnungssuchende 1
Wien (AKW - 10.03.2010 09:54 Uhr) MieterInnen zahlen durchschnittlich 2.400 Euro,
Käufer einer Eigentumswohnung durchschnittlich 5.400 Euro an
Maklerprovision. Das zeigt eine aktuelle Ifes-Erhebung für die AK bei
200 MieterInnen und WohnungseigentümerInnen. "Für die Vermittlung
einer Wohnung müssen Mieter und Wohnungssuchende so tief in die
Geldbörse greifen wie nirgendwo sonst in Europa", sagt AK Präsident
Herbert Tumpel. Was bekommen sie dafür? Viel zu oft schlechte,
unvollständige Infos. So wird etwa in vielen Fällen den Mietern
verschwiegen, ob die verlangte Miete dem Gesetz entspricht oder in
welchem Zustand die Wohnung ist.
Praktisch alle Makler verlangen von MieterInnen die höchst
mögliche Provision. Das sind drei Monatsmieten bei unbefristeten
Mietwohnungen, zwei Monatsmieten bei bis zu drei Jahre befristeten
Mietwohnungen plus 20 Prozent Umsatzsteuer. So zahlen MieterInnen
durchschnittlich 2.400 Euro Höchstprovision. Bei den Eigentümern
wurde in drei Viertel der Fälle die Höchstprovision verrechnet. Sie
macht drei Prozent des Kaufpreises plus 20 Prozent Umsatzsteuer aus.
WohnungskäuferInnen mit Höchstprovision zahlten im Schnitt 6.070
Euro. Die Durchschnittsprovisionszahlung lag bei rund 5.400 Euro.
Jeder zweite befragte Mieter hatte den Eindruck, dass der Makler
in erster Linie die Interessen des Vermieters vertreten hat. Das
Ergebnis entspricht auch den tatsächlichen Marktverhältnissen. Die
VermieterInnen oder Hausverwalter beauftragen die Makler, ihnen einen
Mieter zu suchen. Trotzdem zahlen die Hausverwalter/VermieterInnen in
der Regel nichts an den Makler. Die Makler halten sich stattdessen
bei den MieterInnen schadlos. Sie müssen folglich die höchsten
Provisionen in Europa zahlen.
Die AK Studie zeigt, dass Makler Wohnungssuchende oft schlecht
informieren. MieterInnen bekamen zwar in der Regel die Aufgliederung
der Miet- und Betriebskosten und den Mietvertragsentwurf. In 15
Prozent der Fälle bekamen sie keine Kostenaufstellung und keinen
Mietvertragsentwurf. Genauere Infos über etwa den Zustand des Hauses,
der Wohnung oder Einrichtung durch den Makler bestätigten nur sechs
von zehn MieterInnen. Noch viel lückenhafter ist die
Informationsweitergabe der Makler an die angehenden MieterInnen: Über
gesetzliche Grundlagen des Mietvertrages informieren nur 36 Prozent.
Darüber, ob die Miethöhe dem Gesetz entspricht, informierten nur 24
Prozent. Über allfällige nachteilige Klauseln im Mietvertrag
informierten nur 22 Prozent.
KäuferInnen einer Eigentumswohnung legten Makler zwar in den
meisten Fällen einen Grundbuchauszug und den Kaufvertragsentwurf vor.
Aber zwölf Prozent erhielten keinen Grundbuchauszug, 18 Prozent
keinen Kaufvertragsentwurf. Jedem fünften Käufer unterschlugen die
Makler eine Aufstellung der Bewirtschaftungskosten (etwa
Betriebskosten, Rücklagen). 35 Prozent der Befragten bekamen vom
Makler nicht den Wohnungseigentumsvertrag. Fast jeder Zweite wurde
nicht über anstehende Hausreparaturen informiert.
Ifes (Institut für empirische Sozialforschung) hat für die AK 200
Personen befragt, die in den letzten vier Jahren eine Wohnung über
Makler gemietet oder gekauft haben. (Forts.)
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Doris Strecker
Tel.: (+43-1) 501 65-2677, mobil: (+43) 664 845 41 52
mailto:doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/26
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0059 2010-03-10/09:54
|